Die im folgenden wiedergegebene Grundsatzerklärung stammt aus den frühen 80 Jahren und wurde damals in der Absicht verfasst, als Satzung eines eingetragenen Vereins zu dienen. Dieser eingetragene Verein ist nie zu Stande gekommen und hat also mit dem jetzigen MCFA nur historische Gemeinsamkeiten.
Seit dem Bau der ersten Motorräder ist dieses Verkehrsmittel für seine Benutzer immer schon mehr als ein zweckmäßiger Gebrauchsgegenstand gewesen. Das Motorrad ist im Laufe der Zeit vor allem ein Instrument zur Nutzung der Freizeit geworden. In den 70er Jahren wurde die Attraktivität des Motorrades von vielen jungen Menschen wiederentdeckt. Vielfach kam darin die Protesthaltung gegen das mit dem Auto verbundene Statusdenken, die Suche nach neuen Lebensformen und -inhalten zum Ausdruck.
Der MC Friedrich Angels e.V. ist gegründet worden, um durch das gemeinschaftliche Erlebnis die Freude am Motorradfahren zu erhöhen.
Der MC Friedrich Angels e.V. geht davon aus, daß auch Motorradfahrer sich für jene Grundrechte einsetzen sollten, die ihnen ihr Hobby, ihre Freude am Fahren überhaupt erst möglich machen.
Dazu gehören die Erhaltung des Friedens, das Recht auf Arbeit und die Durchsetzung der demokratischen und sozialen Rechte. Damit verbunden ist die Formulierung und Durchsetzung der Interessen der Motorradfahrer gegenüber Industrie und Politik.
Die Freude am Fahren, am Bauen, an allem, was mit dem Motorrad zusammenhängt, wird in erster Linie durch die Raubzüge der Versicherungs- und Ölkonzerne, der Motorrad- und Zubehörproduzenten beeinträchtigt.
Mit Aufkommen verstärkten Interesses am Motorradfahren haben die Versicherungskonzerne zwischen 1971 und 1976 die Prämien um insgesamt bis zu 800 Prozent erhöht. Inzwischen entsprechen die Versicherungskosten für ein Motorrad mit über 50 PS denen eines Luxusautos oder Kleinlastwagens. Diese Preistreiberei konnte bislang durch keine Unfallstatistik gerechtfertigt werden, sondern dient ausnahmslos der Erhöhung der Gewinne der Versicherungskonzerne. Schützenhilfe bekamen die Versicherungskonzerne durch die Medien, die Randerscheinungen wie Motorradrasereien und zweiradfahrende Schläger zu allgemeingültigen Klischees hochstilisierten.
Der MC Friedrich Angels e.V. wird sich mit geeigneten Formen gegen die ganzjährige Weihnachtsstimmung der Versicherungskonzerne wehren und vor allem auch die Massenmedien dazu veranlassen, Motorradfahrer in einem realistischen Bild zu zeichnen.
Der MC Friedrich Angels e.V. tritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein. Um dies zu erreichen, halten wir es für sinnvoll:
Bisher ist vom Gesetzgeber dem Motorrad noch keine besondere Parkerlaubnis zugeordnet worden. Mofas und Mopeds wirken der zunehmenden Verstopfung entgegen. Der MC Friedrich Angels e.V. setzt sich für ausreichenden Parkraum für Zweiräder und für die Berechtigung ein, auf Gehwegen parken zu können, wenn dadurch Fußgänger nicht behindert werden.
Der MC Friedrich Angels e.V. spricht sich für eine stärkere Förderung des Motorradbreitenports durch den West-Berliner Senat und die Bezirksämter aus. Insbesondere Clubs, die Geschicklichkeitsturniere, Orientierungsfahrten oder Endurowettbewerbe organisieren, sollten größtmögliche Unterstützung erfahren, vor allem bei der Beschaffung und Zubereitung der erforderlichen Gelände.
Durch das Engagement der großen Motorradfirmen, die aufgrund der Werbewirksamkeit von Sporterfolgen enorme Summen zur Erreichung von Höchstleistungen ausgeben, entwickelt sich der Motorradsport in technischer Hinsicht derart über das Serienniveau hinaus, daß es für die Masse der Motorradfahrer/-innen aussichtslos ist, sich an Motorradsportveranstaltungen erfolgreich zu beteiligen. Motorradsport darf aber nicht nur wenigen Stars vorbehalten bleiben, sondern er muß so organisiert sein, daß er die breite Mehrheit anspricht, selbst aktiv zu werden. Nur so kann der Motorradsport seinen wichtigen Aufgaben gerecht werden:
In zunehmendem Maße droht die Freizeit von der Vergnügungsindustrie vermarktet zu werden. Freizeitparks, Spielhallen und Discotheken bieten eine Freizeitgestaltung, die teuer ist und die Interessen und Fähigkeiten der einzelnen verkümmern läßt.
In West-Berlin existiert allerdings auch ein kulturelles Angebot, das dem entgegenwirkt. Darüber hinaus versucht der MC Friedrich Angels e.V. ein interessantes Clubleben selbst zu organisieren. Durch gemeinsame Fahrten und Treffen, durch Urlaub, Sport und ein kulturelles Angebot wird jedes Mitglied angesprochen, einen eigenen Beitrag zu leisten. In Technikkursen, an speziellen Clubabenden durch Fachgespräche und Filme, vor allem aber durch die Weitergabe persönlicher Erfahrungen sollen Anfänger mit der Wartung, Pflege und Reparatur von Motorrädern vertraut gemacht werden. Der MC Friedrich Angels e.V. macht sich zum Ziel, Technikkurse für Motorradfahrer an West-Berliner Volkshochschulen durchführen zu lassen. Ein verkehrsgerechtes Verhalten auf seinem Zweirad ist für jedes Mitglied oberstes Gebot.
Der MC Friedrich Angels e.V. ist ein unabhängiger fortschrittlicher Motorradclub, dessen Mitglieder nicht bereit sind, sich mit den beschriebenen Mißständen abzufinden. Der MC Friedrich Angels e.V. versteht sich als ein Club von Motorradfahrerinnen und -fahrern, die sich in ihren Aktivitäten insbesondere auch der Entspannungspolitik und der Erhaltung des Friedens verpflichtet fühlen.
Der Motorradclub wird den Kontakt zu fortschrittlichen Jugendorganisationen - insbesondere zur Gewerkschaftjugend - suchen. Die Mitglieder des Clubs gehen davon aus, daß nur durch gemeinsames Handeln in breiter Zusammenarbeit der demokratischen und progressiven Kräfte Veränderungen erkämpft werden können, wie sie auch der MC Friedrich Angels e.V. anstrebt.