von Boxer-Dieter.
Ab 1873 wurde das Gebäude als Hauptkadettenanstalt genutzt; von dieser Militäranlage fuhr 1881 die erste elektrische Straßenbahn in Berlin zum Bahnhof Lichterfelde-Ost.
Nach der Machtübernahme bezog 1933 die Leibstandarte des "Führers" das Gelände als Hauptquartier. In der Nähe wurden für höhere Führer der SS 29 Siedlungshäuser gebaut.
Im Juni 1934 kam es hier zu Erschießungen im Zusammenhang mit der Ermordung Röhms und der Entmachtung der SA. Die Eliteeinheit unter SS-General Dietrich erreichte 1940 Divisionsstärke und war wegen ihres fanatischen Kampfgeistes und der hohen Opferbereitschaft bei den Alliierten gefürchtet.
Nach dem Krieg übernahm das US-Militär die Kaserne und nannte sie Andrew Barracks. Seit 1995 befindet sich hier das Bundesarchiv.
Am Eingangsportal waren früher gut sichtbar zwei steinerne SS-Soldaten als Wächter platziert. Im Boden des Hallenbades war aus farbigen Fliesen ein Hakenkreuz eingearbeitet. Weibliche und männliche Akte des Bildhauers Arno Breker sind noch im Arkadengang zu sehen.