Die Neue Hakeburg

von Boxer-Dieter.

Auf einer Burganlage derer von Hake gelegen auf dem Seeberg in Kleinmachnow wurde 1906 die Neue Hakeburg gebaut. Wegen finanzieller Probleme wurde das Gebäude inkl. 44 ha Land 1936 an die Deutsche Reichspost verkauft, die das Gebäude bis 1945 als Wohnsitz des Reichspostministers Wilhelm Ohnesorge und als Forschungszentrum nutzte.

Soweit die offizielle Version.

Der Historiker Hubert Faensen beschreibt in seinem Buch Hightech für Hitler: Die Hakeburg - Vom Forschungszentrum zur Kaderschmiede, dass dort zwischen 1939 und 1943 streng abgeschirmte Institutsgebäude der Reichsforschungsanstalt mit den Forschungsgebieten Hochfrequenztechnik, Fernsehen, Radar, Atomphysik und Funkspionage angesiedelt waren.

Von 1947 bis 1989 residierten auf dem Hakeburg-Gelände nacheinander die Karl-Marx-Hochschule der SED, an der auch Carola Stern, Wolfgang Leonhard und Hermann Weber tätig waren, die Bezirksparteischule und schließlich die Karl-Liebknecht-Sonderschule des Zentralkomitees der SED. Die Hakeburg wurde als Gästehaus genutzt, in dem u.a. Fidel Castro, Yassir Arafat, Nikita Chruschtschow und Michail Gorbatschow übernachteten.

1949 und 1951 kam die Kaderschmiede Hakeburg in die internationalen Schlagzeilen: nach der Flucht des hoffnungsvollsten Dozenten der Parteihochschule Wolfgang Leonhard nach Jugoslawien 1949 floh auch die Dozentin und Eliteschülerin Carola Stern 1951 nach West-Berlin. Sie war das Jungmädel Erika Assmuss bei den Nationalsozialisten, später wurde sie Mitglied der FDJ, der SED und Junglehrerin. Vom CIC als amerikanische Agentin angeworben, wurde sie von einer Freundin verraten und machte 'rüber nach Westberlin, ehe sie in der DDR verhaftet werden konnte.

Aus Gründen des Selbstschutzes unterschrieb sie ihre Kommentare und Features für Zeitungen, Zeitschriften und den WDR anfangs mit drei Sternen, später mit dem Pseudonym Carola Stern. Im Jahr 2000 unterzeichnete sie zusammen mit Prof. Hartmut von Heutig und Günter Grass einen Aufruf, die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen nicht weiter zu verschleppen.