von Boxer-Dieter
Die Kraft des zivilen Ungehorsams und die Kraft der Liebe bezwingen die Gewalt der Diktatur.
So lautet die Inschrift auf dem Denkmal.
In der Rosenstraße (Bezirk Mitte) wurde 1996 auf dem Grundstück der durch Bomben zerstörten Alten Synagoge das Denkmal-Ensemble Block der Frauen von der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger geschaffen und aufgestellt. Schräg gegenüber befindet sich heute ein jüdisches Altersheim.
In der Rosenstraße 2-4 befand sich die Sozialverwaltung der Jüdischen Gemeinde. Am 28. Februar 1943 wurden von den Nazis ca. 2500 jüdische Männer und Jugendliche in diese Gebäude gebracht. Sie waren bis zu diesem Tage vom Transport in die Vernichtungslager verschont geblieben, weil sie nichtjüdische Mütter oder Ehefrauen hatten, und wurden vor allem zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Berlin sollte judenfrei gemacht werden. So begann am Tage zuvor die Fabrik-Aktion. Dabei wurden Männer und Jugendliche in den Fabriken verhaftet. Sie sollten in verschiedene Sammellager gebracht und dann in die Todeslager deportiert werden.
Die arischen Mütter und Ehefrauen protestierten sofort lautstark gegen die Verhaftung. Sie wurden dabei von Freunden und Verwandten unterstützt. Sie ließen sich auch durch Schießdrohungen der SS nicht einschüchtern. Nach 6 Tagen hatten sie den erhofften Erfolg. Goebbels befahl, die in der Rosenstraße inhaftierten Männer freizulassen und 25 Personen die bereits im Vernichtungslager waren, wieder zurückzubringen. Erst nach 50 Jahren wurde mit dem Denkmal der einzigen öffentlichen Demonstration gegen die Judenverfolgung in Deutschland erinnert.
| Nachstehend einige Erklärungen zu Motiven aus der
judaistischen Symbolik, die an dem Denkmal verwendet werden: Krone: Symbol für die Thora, für Gelehrsamkeit und Frömmigkeit. Löwe: das Zeichen für den Stamm Juda. 5-armiger Leuchter: Motiv, das allein die Gräber von Frauen schmückt; Frauen zünden Sabbatlichter an. Davidsschild: aus 2 Dreiecken zusammengesetzter Stern. Figur eines Geigers mit zerbrochenem Instrument: Symbol für die durch die Nazi-Herrschaft zerstörte jüdische Kultur. Figur einer lesenden Person, die in einer Höhle die Thora liest: die Thora als umfassendes Band (Buch) des Judentums. |