von Boxer-Dieter und Ralf
Bereits im Mai 1943 wurde von den Alliierten USA, Großbritannien und der Sowjetunion die Forderung der Bedingungslosen Kapitulation aufgestellt. Nach dem Selbstmord Hitlers am 30. April 1945 versuchten deutsche Stellen einen Waffenstillstand zu erreichen, um später - so Großadmiral Dönitz - den Kampf gegen den bolschewistischen Todfeind gemeinsam mit den Westalliierten fortzusetzen. Ein Kapitulationsangebot General Weidlings (Befehlshaber des Verteidigungsbereichs Berlin) betreffend die Reichshauptstadt wurde vom sowjetischen Generaloberst Tschuikow angenommen und am 2. Mai im Gefechtsstand im Hause Schulenburgring 2 unterzeichnet.
Vier Tage vorher hatte die Wehrmacht in Italien kapituliert; am 4. Mai 1945 folgten die Heeresgruppe Südwest sowie in Lüneburg gegenüber den Britten die Streitkräfte in Holland, Nordwestdeutschland und Dänemark.
Am 7. Mai begann in Reims, dem Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Alliierten Streitkräfte General Eisenhower, konkrete Kapitulationsverhandlungen. Jodel und von Friedeburg wollten Waffenstillstand; Eisenhower drohte mit erneutem strategischen Bombenkrieg sowie Auslieferung deutscher Kriegsgefangener an die Sowjetunion. Am 7. Mai 1945 um 23:01 Uhr wurde die Kapitulationsurkunde für den 8. Mai unterzeichnet - allerdings in verkürzter Fassung. Sofort nutzte Stalin die Gelegenheit, eine Wiederholung der Unterzeichnung des vollständigen Textes der Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst zu fordern. Das Datum blieb - die konkrete Unterzeichnung fand am 9. Mai um 00:16 Uhr statt.