Topographie des Terrors

1830 wurde von Schinkel für den Prinzen Albrecht von Preußen ein barockes Stadtpalais umgebaut und von Lenné ein romantischer Landschaftsgarten angelegt. Drumherum wurden später große Einzelgebäude erbaut, die kulturelle und politische Institutionen beherbergten; u.a. eine Kunstgewerbeschule, den heutigen Martin-Gropius-Bau.

Ab 1933 wurden sämtliche Gebäude des großen Areals von Zentralen des gesamten Überwachungs-, Verfolgungs- und Vernichtungsapparates des Dritten Reichs besetzt: ganz früh die Gestapo-Zentrale, ab 1934 die von München nach Berlin verlegte SS-Führung mit dem persönlichen Stab des Reichsführers SS Heinrich Himmler und dessen Sicherheitsdienst SD.

Hier standen die Schreibtische Heydrichs, Kaltenbrunners und des berüchtigten Heinrich (Gestapo-)Müller. Von hier aus erhielten die Staats- und Kriminalpolizeistellen im gesamten Reich ebenso wie die politischen Abteilungen in den Konzentrationslagern ihre Befehle und Weisungen. Hier wurde der Völkermord an den europäischen Juden und an den Sinti und Roma geplant und organisiert.

Das an der Westseite der Berliner Mauer gelegene Ruinengebäude wurde nach einer Zwischennutzung durch ein Autodrom in den Siebziger Jahren von Nicht-Regierungs-Organisationen wie dem Verein Aktives Museum / Faschismus und Widerstand in Berlin wiederentdeckt. Initiativen für ein Mahnmal entstanden.

Ab 1990 empfahl eine vom Senat eingesetzte Fachkommision eine zentrale Ausstellungs-, Dokumentations- und Begegnungsstätte. Die Stiftung Topographie des Terrors entstand.

Am Ort der wichtigsten Terrorzentralen des Dritten Reichs sollte Ende 2000 der Neubau eines Dokumentationszentrums fertig sein. Ein unverständlicher Baustopp lässt sogar den Rohbau vergammeln. Die Arbeit von Lehrlingen aus der ganzen Republik scheint umsonst gewesen zu sein.

Hier sollte vor allem über die Täter, die Voraussetzungen ihrer Taten und den Umgang mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der deutschen Gesellschaft seit 1945 informiert werden.